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Fastenzeit

 

Fasten...

 

Zu Beginn des Frühlings, genauer gesagt für 40 Tage zwischen Fasching /Karneval und Ostern, wird gefastet. 

Für die Christen beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch – also heute.

Gefastet wird dann bis Ostern, genauer gesagt, dem Ostersamstag. 

 

Aber auch bei Menschen, die mit dem Glauben wenig am Hut haben, liegt das Fasten schwer im Trend. Viele versprechen sich vom Fasten neben dem Gewichtsverlust auch Glücksgefühle, eine Reinigung von Körper, Geist und Seele, geschärfte Sinne, mehr Energie oder straffere Haut.  

Aber auch das Fasten von liebgewordenen Gewohnheiten: Fernsehkonsum, Handy- und PC-Nutzung (also den Zeiträubern im Alltag) wird vorrübergehend unterlassen oder eingeschränkt.

Im Fokus steht nun mehr Achtsamkeit der Umwelt und vor allen Dingen sich selbst gegenüber. 

 

Doch kann Fasten diese Erwartungen erfüllen? Wie geht das eigentlich richtig? Gibt es hier eine Anleitung für Jeden? Und was sollte man beim Fasten beachten?

 

 

Was ist Fasten eigentlich und wo kommt es her?

 

Das Wort "Fasten" kommt aus dem Germanischen (fastan) und bedeutet so viel wie "(fest)halten, beobachten, bewachen".

 

Das Fasten wird als freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung definiert und ist auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Normalerweise wird für fünf bis zehn, manchmal aber auch für 14 Tage gefastet. Je nach Methode wird dabei völlig oder nur teilweise auf das Essen verzichtet. 

Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage. Im Islam gibt es den Fastenmonat Ramadan - er dauert 29 bis 30 Tage. 

Es gibt verschiedene Formen des Fastens und verschiedene Gründe eine Fastenzeit zu beginnen. 

 

Fasten ist KEINE Diät und sollte nicht mit Abstinenz verwechselt werden.

 

Das Fasten ist so alt wie die Menschheit selbst:

Schon der griechische Arzt Hippokrates, der 460 - 375 vor Christus lebte, soll für das Fasten geworben haben:

 

"Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente."

 

Aber schon lange vor Hippokrates haben Menschen immer wieder bewusst auf Nahrung verzichtet. 

Fastenzeiten findet man in allen Religionen. Sie haben unterschiedliche Umsetzungen und auch die Zeiträume der Ausübung unterscheiden sich, aber sie alle haben zum Ziel:

 

Einen bewussteren Umgangs mit „Luxus“, Verzicht, Einschränkung und teilweise Entsagung!  

 

 

Richtig fasten - aber wie?

 

Fasten kann man - abseits religiöser Vorschriften - auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Mal ist überhaupt keine feste Nahrung erlaubt, mal nur bestimmte Gerichte (Eierfasten, Suppenfasten), mal nur Saft oder nur Obst und Gemüse. Beliebt sind vor allem Heilfasten und Basenfasten. 

Die Ziele sind allerdings ähnlich wie beim religiösen Fasten:

Es geht im weitesten Sinne um die seelische und körperliche Reinigung sowie darum, Ballast loszuwerden und sich auf das Wesentliche zu besinnen. 

 

Aber auch in anderen Bereichen ein Mal eine Fastenzeit einzulegen bringt Zeit für Achtsamkeit und Muße.

 

 

1.  Wie wäre es denn, wenn man mal für 40 Tage das Auto stehen lässt und den Drahtesel reaktiviert, der ohnehin nur im Keller oder der Garage verstaubt? 

 

--> Man betrachtet die Welt aus Radfahrersicht, aktiviert seine verkümmerte Muskulatur und tut etwas für das persönliche Wohlbefinden. Es ist gleichzeitig entspannend und senkt den alltäglichen Stresspegel. Seine Mahlzeiten muss man sich quasi „verdienen“.  Auch die Ökobilanz wird verbessert und man hat ein gutes Gefühl auch der Umwelt etwas Gutes zu tun. 

 

2.  Wie wäre es denn der Social-Media-Welt vorrübergehend weniger Aufmerksamkeit zu schenken?

 

--> Treffen mit Freunden aktiv gestalten: z. B. Spieleabende, gemeinsame Unternehmungen mit dem Rad oder Wandern. Viele Möglichkeiten Kontakte zu hegen und zu pflegen. Gemeinsam lachen, diskutieren, austauschen u.v.m.

 

3.  Wie wäre es mal wieder ein gutes Buch zu lesen bei einer Tasse Tee, statt die Glotze zu bemühen?

 

--> Mal wieder die eigene Fantasie bemühen und in den Geschichten versinken, statt alles auf dem Tablett serviert zu bekommen, sodass eigenständiges Denken und Handeln in Vergessenheit gerät.

 

4.  Wie wäre es denn mal auf Schminke zu verzichten?

 

--> Die Haut wird es dankbar annehmen, wenn man nicht alles zukleistert mit zentimeterdicker Schminke. Auch die Nägel freuen sich über eine Nagellackpause. Vieles ist Chemie und ist für das körperliche Wohl nicht unbedingt zuträglich.

Ein mal alles auf das Wesentliche beschränken: Reicht nicht auch eine Tagescreme nach dem Duschen /Waschen? Auch der Haut Zeit für ein Erneuern geben.

Benefit dabei ist, dass man je nach Aufwand, den man täglich betreibt, eine ganze Menge Zeit spart und entspannter in den Job oder die Schule geht.

 

5.  Wie wärs denn mal mit Shopping-Pause?

 

--> Statt sich die Zeit mit Online-Shopping am PC zu vertreiben oder durch die Geschäfte zu bummeln Zeit für sich selbst nehmen:

Achtsamkeits- und Atemübungen machen, sportlich aktiv werden oder auch Zeit für Wellness (Sauna, Schwimmen, Massage oder Ähnliches). Schönheit kommt von innen und dies wird man dann auch austrahlen und kann es für kein Geld dieser Welt irgendwo käuflich erwerben, auch wenn uns die Werbung das Glauben machen will.

 

6.  Wie wäre es denn mit Zuckerverzicht?

 

--> Den Körper mal richtig „Reseten“ und entgiften. Zucker sorgt für diverse unangenehme Begleiterscheinungen, die einem erst nach einem Entzug bewusst werden.

Zucker ist eine Droge und der Verzicht ist ähnlich einem Drogenentzug. Er aktiviert im Gehirn gleiche Arenale wie z.B. Kokain.

Hält man aber einige Tage duch wird man belohnt durch: 

 

·     fokussierteres Denken, 

·     fitteren Körper, 

·     allgemein besseres Wohlbefinden, 

·     Geschmacksknospen können sich wieder entfalten, sodass alles bewusster geschmeckt und   gerochen wird,

·     man wird automatisch aktiver

·     verliert „nebenbei“  an Gewicht

·     Haut und Haare verbessern sich

u.v.m.

 

 

Und wenn man ohnehin auf Zucker verzichtet, vielleicht gleich eine Ernährungsumstellung einleiten und zusätzlich auf alles Verarbeitete verzichten.

Wieder „richtige Lebensmittel“ verwenden: Regionales, saisonales Gemüse, Nüsse und Saaten, gute Öle und Fette sowie Milchprodukte, Eier und auch Fisch und Fleisch aus nachhaltiger Produktion, vorzugsweise aus der Region und nicht vom anderen Ende der Welt importiert.

 

 

Vielleicht fällt dir ja noch Einiges ein, auf das du 40 Tage verzichten möchtest, oder für den von dir festgelegten Fastenzeitraum.

 

 

Aber Eines gilt für alle Karenzzeiten zusammen:

 

Wenn du 30 Tage oder länger etwas änderst und in deinen Alltag integrierst, wirst du wahrscheinlich sogar länger dabeibleiben, da du deinen Körper durch eigenen Willen „umprogrammierst“. 

Er gewöhnt sich an neue Abläufe und hat dann ein „Bedürfnis“ danach.

Je mehr Nutzen du für dich daraus ziehst und es reflektierst, so wirst du sicherlich die eine oder andere „schlechte Gewohnheit“ nicht wieder in dein Leben lassen.

 

Versuche es doch ein Mal! 

Suche dir deine Ziele für die Fastenzeit und probiere es aus, diese umzusetzen.

 

Viel Erfolg dabei!

 

 

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