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Wasserkefir

 

... ist ein kohlensäurehaltiges Gärgetränk, das mit Hilfe der Kefirknollen angesetzt wird. 

 

Diese bestehen aus Hefen(Saccharomyces, Candida) und Milchsäurebakterien.

Also ein „lebendiges“ Getränk und probiotisch wie Joghurt, Quark oder auch andere Fermente.

 

Kefirkristalle sind auf der Oberfläche von Opuntien (in Mexiko weit verbreitete Kakteenart). Sie bilden harte Körner, die sich in einer wässerigen Zuckerlösung vermehren und dabei „Kristalle“ bilden, die mit den bekannten Wasserkefirkristallen identisch sind.

 

Wegen der weißlich durchscheinenden Kefirkultur, deren Aussehen Kristallen ähnelt, sind weitere gebräuchliche und teilweise irreführende Benennungen der Kefirkultur auch: Japankristall, Japanische Kristallalge, Japanische Meeresalge, Himalaya-Kristallalge, Tibi, Tibicos oder lebende Körnchen (graines vivantes).

 

Dem mittels Kefirknollen hergestellten Getränk werden verschiedenste Heilwirkungen nachgesagt:

·     Probiotische Bakterienkulturen wirken nachweislich nach einer Antibiotikabehandlung zum Wiederaufbau des Immunsystems im Darm. 

·     Die enthaltenen Hefen und einige Bakterien produzieren eine Vielzahl an Vitaminen. 

Hefen sind dafür bekannt reichlich B-Vitamine zu produzieren, außerdem Vitamin C sowie geringe Mengen Vitamin K sind ebenfalls enthalten. Alles im späteren Erfrischungsgetränk als Benefit enthalten.

 

Das entstehende Getränk hat geschmacklich (süß-säuerlich) und vom Aussehen her kaum eine Ähnlichkeit mit Kombucha (wird gebraut aus Tee, der mit Hilfe eines Pilzes fermentiert).

Im Gegensatz zum Kombucha ist der Wasserkefir nicht im Handel erhältlich, man kann ihn aber selbst herstellen.

Bei einem Fermentations-Ansatz (F1) im Haushalt werden zusätzlich Zucker und als Stickstoffquelle Trockenfrüchte, zum Beispiel Feigen, Datteln oder Rosinen, benötigt. Das Ansäuern mit einer Zitrone oder auch Obstessig verhindert das Wachstum von Schimmelpilzen

Nach der Gärung bleibt noch Restzucker übrig, ist aber relativ gering, vielleicht 15-20 g auf 1 Liter und passt damit auch bestens in eine LowCarb-Ernährung.Der Alkoholgehalt beträgt je nach Dauer der Fermentation 0,2–2 %.

Die Kefirkristalle vermehren sich je nach Härtegrad des Wassers um ca. 25–75 %. 

Das darin enthaltene Calcium wird für die Vermehrung benötigt. Verwendet man sehr weiches Wasser, nimmt die Menge der Kefirkristalle in den ersten Fermentationsrunden noch ein wenig zu, stagniert dann aber. Durch die Zugabe von Calcium in löslicher Form, wie z. B. als Calciumgluconat oder -citrat, kann man die Vermehrung anschubsen. 

Die einzelnen Kefirkristalle erreichen selten Größen über einem Zentimeter. Wenn in ihrem Innern Kohlendioxid entsteht, werden sie „gesprengt“, wobei die Bruchstücke weiterwachsen.

 

Bei der Verarbeitung sollte darauf geachtet werden, dass der Kefir nicht mit Metall in Berührung kommt. Also Kunststoffsieb oder Ähnliches beim Absieben der Kristalle verwenden.

Die an Bitter Lemon erinnernde Bitterkeit des Kefirgetränkes kann man durch Beigabe von Zitronenschale erreichen. Die im weißen Teil der Schale enthaltenen Bitterstoffe werden dann während der Gärung herausgelöst. 

Auch der Zusatz von Limonensaft bewirkt einen leicht herben Geschmack und ist äußerst erfrischend.

Aber auch andere Zusätze in der F2 (Zweitfermentation) sind sehr schmackhaft. Früchte, Kräuter oder auch Gewürze können die Getränke jedes Mal wieder anders schmecken lassen.

 

Es gibt auch ein Wasserkefirferment, ein weißes Pulver, das in Reformhäusern angeboten zu kaufen ist. Im Gegensatz zu einer „echten“ Kefirkultur handelt es sich hierbei um weitaus kurzlebigere Mikroorganismen, die bereits nach einigen Ansätzen verbraucht sind. 

Bei der Zubereitung des Getränks gibt es jedoch keine Unterschiede.

 

 

 

Anleitung:

 

Für die Herstellung deines eigenen Wasserkefirs benötigst du:

 

           1-2 EL  Wasserkefirkristalle

       ca. 30 g    Zucker

              15 g    Bio-Trockenfrucht (Feige, Dattel, Rosinen, getr. Aprikose o.Ä.)

               1-2    Scheiben Bio-Zitrone (je nach Größe)

oder       1 EL   Zitronensaft

oder       1 EL   Bio-Apfelessig

oder      etwas „alten“ Wasserkefir

                1 Glasgefäß ca. 1 Liter

 

und        WASSER 

 

 

Für die F1 (Erstfermentation) wird der Zucker (oder auch andere Süße wie Honig, Rohrohrzucker, Sirup) in einem Teil Wasser aufgelöst. Dann mit Wasser auffüllen bis gut zur Hälfte.

Nun werden die Kristalle, die Trockenfrucht und auch die Säure hinzugegeben und zum Fermentieren geschlossen.

Für ein Starten der Temperaturen sind Außentemperaturen über 20 Grad von Vorteil, je höher, desto schneller läuft der Prozess der Fermentation ab.

 

Ab nun heißt es Geduld haben und 2-4 Tage (je nach Temperatur) abwarten. 

Ein interessantes Schauspiel, ähnlich einer Lavalampe lädt zum Meditieren oder Träumen ein.

 

 

Ist nun die F1 abgeschlossen, wird die Flüssigkeit durch Trichter und Sieb in eine bereitstehende Glasflasche gegeben (z.B. Milchflaschen mit Schraubverschluss, denn sie haben eine größere Öffnung), um für eine F2 (Zweitfermentation) Früchte, Kräuter oder Gewürze hineinzugeben.

 

Die F2 dann noch ein Mal 1-2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen und dann wiederum absieben.

Die Flaschen nicht ganz füllen, da auch weiterhin Kohlensäure entsteht und die Flaschen sonst zu stark unter Druck stehen beim Öffnen. 

Der Druck entweicht dann samt Getränk wie eine Flasche geschüttelten Sekts und verteilt sich explosionsartig im Raum.

 

Abgefüllt lässt sich das Getränk, stehend, sofern nicht in Windeseile verbraucht, für einige Wochen im Kühlschrank lagern.

 

Ein tolles erfrischendes Getränk mit Gesundheitsbenefits und kaum Zuckergehalt, sodass auch Kinder dies trinken können, ggfls. verdünnt.

 

 

Für die vielen Kefirkristalle die beim Brauen entstehen wird es immer Abnehmer oder auch andere Rezeptideen geben (z. B. für Joghurtherstellung oder Ähnliches).

Auch eine „Urlaubspause“  überlebt er in einer Zuckerlösung, um nicht zu „verhungern“ im Kühlschrank für einige Wochen.

Bei der Reaktivierung benötigt er jedoch eventuell etwas länger um wieder so produktiv zu sein.

 

Vielleicht möchtest du es ja einfach mal ausprobieren und vom gesundheitlichen Vorteil und auch dem erfrischendem Geschmack profitieren?

 

 

Viel Vergnügen beim Nachmachen!  Vielleicht sogar gemeinsam mit den Kindern gesunde Limonade herstellen?

 

 

 

 

Quellen: Wikipedia, Fairment, eigene Erfahrung (Happy-Flow)

Fotos: Happy-Flow

 

 

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